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Tinnitus: Steckt manchmal mehr dahinter als das Ohr?

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Ein Pfeifen. Ein Rauschen. Ein Summen. Wer unter Tinnitus leidet, sucht oft verzweifelt nach der einen Ursache – oder nach der einen Kapsel, die endlich hilft. Doch genau hier lohnt es sich, einen Schritt zurückzugehen. Denn Tinnitus ist nicht immer nur ein Problem des Ohrs. Manchmal beginnt die eigentliche Ursache ganz woanders.

Wie wichtig ist die Durchblutung des Innenohrs?

Das Innenohr gehört zu den am besten durchbluteten Organen unseres Körpers. Die empfindlichen Haarzellen, die Schall in Nervensignale umwandeln, sind auf eine kontinuierliche Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen angewiesen. Schon kleine Veränderungen der Mikrozirkulation können diese Zellen unter Stress setzen. Deshalb beschäftigt sich die Forschung seit vielen Jahren mit der Frage, ob eine verbesserte Durchblutung auch Tinnitus lindern könnte.

Ginkgo, Ginseng und L-Arginin: Was sagt die Wissenschaft?

Immer wieder werden verschiedene Nahrungsergänzungsmittel als mögliche Unterstützung bei Tinnitus beworben. Drei davon stehen besonders häufig im Mittelpunkt.

Ginkgo biloba
Ginkgo soll die Mikrozirkulation fördern und antioxidativ wirken. Das klingt zunächst plausibel. Schaut man sich jedoch hochwertige Studien an, zeigt sich bisher kein überzeugender Nutzen bei chronischem Tinnitus. Deshalb lässt sich Ginkgo derzeit nicht allgemein als wirksame Therapie empfehlen.

Ginseng
Auch Ginseng wird eine positive Wirkung auf die Gefäßfunktion und den Energiestoffwechsel zugeschrieben. Einzelne kleinere Studien liefern interessante Hinweise. Insgesamt ist die wissenschaftliche Evidenz jedoch noch zu begrenzt, um daraus eine allgemeine Empfehlung abzuleiten.

L-Arginin
Besonders spannend finde ich L-Arginin. Arginin ist die Vorstufe von Stickstoffmonoxid (NO). Dieses erweitert die Blutgefäße und verbessert dadurch die Durchblutung. Theoretisch könnte davon auch das Innenohr profitieren. Für einen klaren Nutzen bei Tinnitus fehlen bislang jedoch hochwertige klinische Studien.

Vielleicht ist die spannendere Frage eine andere

Aus meiner Sicht sollten wir uns nicht nur fragen: „Welches Präparat könnte helfen?“

Sondern vielmehr: „Warum ist die Durchblutung überhaupt eingeschränkt?“

Denn unsere Gefäßgesundheit wird jeden Tag von vielen Faktoren beeinflusst.
Dazu gehören unter anderen:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Rauchen
  • chronischer Stress
  • Schlafmangel
  • Bewegungsmangel
  • chronische Entzündungen

Wer diese Faktoren verbessert, tut nicht nur seinen Blutgefäßen etwas Gutes. Möglicherweise profitiert davon auch das Innenohr.

Der Blick auf das große Ganze

Genau dieser ganzheitliche Blick ist mir wichtig. Eine einzelne Kapsel wird die Ursache eines Tinnitus nur selten in den Griff bekommen. Wesentlich sinnvoller erscheint es, den gesamten Stoffwechsel, die Gefäßgesundheit und entzündliche Prozesse im Körper zu betrachten. Denn manchmal ist Tinnitus nicht das eigentliche Problem, sondern ein Hinweis darauf, dass an anderer Stelle im Körper etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Nicht jeder Tinnitus hat die gleiche Ursache

Gleichzeitig ist wichtig zu wissen, dass Tinnitus viele verschiedene Ursachen haben kann.
Neben Veränderungen der Durchblutung kommen beispielsweise auch infrage:

  • Hörverlust
  • Kiefergelenksprobleme (CMD)
  • Verspannungen der Halswirbelsäule oder Nackenmuskulatur
  • bestimmte Medikamente
  • andere Erkrankungen des Ohres oder Nervensystems

Deshalb sollte insbesondere ein neu aufgetretener, einseitiger oder plötzlich stärker werdender Tinnitus immer ärztlich abgeklärt werden.

Mein Fazit

Tinnitus ist komplex. Auch wenn Ginkgo, Ginseng oder L-Arginin interessante biologische Mechanismen besitzen, reicht die wissenschaftliche Evidenz derzeit nicht aus, um sie allgemein zur Behandlung von chronischem Tinnitus zu empfehlen. Aus unserer Sicht lohnt sich deshalb häufig ein anderer Ansatz: nicht nur das Symptom zu behandeln, sondern die Ursachen zu suchen. Eine gute Gefäßgesundheit, ausreichend Bewegung, erholsamer Schlaf, eine entzündungsarme Ernährung und die Abklärung möglicher Auslöser wie CMD oder Hörverlust können dabei wichtige Bausteine sein. Denn Gesundheit beginnt oft dort, wo wir aufhören, nur einzelne Symptome zu betrachten.

 

Dr. Silvie Aschauer erklärt ganzheitliche Zahnbehandlung im Wiener Ordinationsraum

Dr. med. dent. Silvie Aschauer
Ihre Begeisterung für die Medizin war von Kindheit an da, seit ihrem Studium kann Silvie ihre Leidenschaft für ganzheitliche Medizin leben. Es fasziniert sie, hinter Symptomen nach wahren Ursachen zu forschen – und Zahnmedizin konsequent weiterzudenken.

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