Blog | Kinderzahnmedizin
Mehr als nur Zähne: Was wir beim Atemwegs- & Kiefer-Check untersuchen
Wie atmet dein Kind? Wie schläft es? Und entwickelt sich der Kiefer altersgerecht?
Bei unserem Atemwegs-Kiefer-Check schauen wir nicht nur auf die Zähne, sondern betrachten das Zusammenspiel von Atmung, Zungenfunktion, Kieferentwicklung und Schlaf.
Der Check ist unkompliziert, kindgerecht und hilft uns dabei, mögliche Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und euch als Eltern eine Orientierung für die nächsten Schritte zu geben.
1. Wir starten mit einem gemeinsamen Gespräch
Zunächst möchten wir dein Kind und seine Gewohnheiten besser kennenlernen.
Dabei interessieren uns unter anderem folgende Fragen:
- Atmet dein Kind überwiegend durch die Nase oder häufig durch den Mund?
- Schnarcht es oder schläft es unruhig?
- Ist es tagsüber oft müde oder fällt es ihm schwer, sich zu konzentrieren?
- Hat es häufig eine verstopfte Nase oder Mittelohrentzündungen?
- Wie sieht das Ess- und Kauverhalten aus?
- Gab es bereits Untersuchungen oder Behandlungen beim HNO-Arzt, in der Kieferorthopädie oder Logopädie?
2. Wir schauen uns Gesicht, Kiefer und Mund genauer an
Anschließend untersuchen wir einige wichtige Merkmale der Kieferentwicklung und Mundfunktion. Dabei achten wir besonders auf:
- Kieferentwicklung: Ist der Oberkiefer ausreichend breit? Wie stehen Ober- und Unterkiefer zueinander?
- Gaumenform: Ist der Gaumen altersgerecht entwickelt oder auffällig schmal und hoch?
- Zahnstellung: Haben die Zähne ausreichend Platz? Gibt es Engstände oder Auffälligkeiten beim Zusammenbeißen?
- Lippenschluss: Kann dein Kind die Lippen in Ruhe entspannt geschlossen halten?
- Zungenruhelage: Liegt die Zunge entspannt am Gaumen oder eher am Mundboden?
- Zungenbeweglichkeit: Kann sich die Zunge frei bewegen oder gibt es Hinweise auf ein funktionell eingeschränktes Zungenband?
3. Ein kleiner Nasenatmungs-Test
Wenn es das Alter und der Gesundheitszustand deines Kindes erlauben, machen wir einen einfachen Bewegungstest. Dein Kind führt zehn Kniebeugen durch und versucht dabei, mit geschlossenem Mund durch die Nase zu atmen. So erhalten wir einen zusätzlichen Hinweis darauf, wie gut die Nasenatmung bei leichter körperlicher Belastung funktioniert.
4. Wir besprechen gemeinsam die Ergebnisse
Am Ende fassen wir unsere Beobachtungen zusammen und erklären euch verständlich, ob die Entwicklung derzeit unauffällig erscheint oder ob bestimmte Bereiche genauer angeschaut werden sollten.
Je nach Ergebnis kann eine weitere Abklärung oder Begleitung sinnvoll sein, beispielsweise durch:
- HNO: wenn die Nasenatmung eingeschränkt erscheint oder Auffälligkeiten im Bereich der Mandeln bestehen.
- Kieferorthopädie: bei einem schmalen Oberkiefer, Zahnfehlstellungen oder Auffälligkeiten der Kieferentwicklung.
- Logopädie: bei Auffälligkeiten der Zungenruhelage, des Schluckmusters oder der Mundmuskulatur.
- Dentosophie: zur ergänzenden funktionellen Begleitung von Atmung, Kauen, Schlucken und Mundfunktion.
- Zungenband-Beratung: wenn Hinweise auf eine eingeschränkte Beweglichkeit der Zunge bestehen.
Nicht jedes Kind benötigt eine Therapie. Manchmal reicht es völlig aus, die Entwicklung weiter zu beobachten.
Unser Ziel: früh erkennen, gezielt begleiten
Wir möchten Eltern helfen, mögliche Zusammenhänge zwischen Atmung, Schlaf, Mundfunktion und Kieferentwicklung besser zu verstehen.
Denn oft ist die größte Frage nicht, ob ein Kind Unterstützung braucht, sondern welche Fachrichtung überhaupt die richtige Anlaufstelle ist.
Genau hier möchten wir mit unserem Atemwegs-Kiefer-Check Orientierung schaffen.
*Wichtig: Der Check ist ein zahnärztliches Kurzscreening und ersetzt keine ausführliche medizinische Diagnostik. Er dient dazu, mögliche Auffälligkeiten zu erkennen.

Dr. med. dent. Silvie Aschauer
Ihre Begeisterung für die Medizin war von Kindheit an da, seit ihrem Studium kann Silvie ihre Leidenschaft für ganzheitliche Medizin leben. Es fasziniert sie, hinter Symptomen nach wahren Ursachen zu forschen – und Zahnmedizin konsequent weiterzudenken.
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