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Rheuma beginnt nicht im Gelenk, manchmal beginnt es im Mund

Quecksilbervergiftung | Zahnmedizin Praterstraße

Wenn wir an Rheuma denken, denken die meisten Menschen an schmerzende Gelenke. Nur wenige denken dabei an ihr Zahnfleisch. Dabei beschäftigt sich die Wissenschaft schon seit vielen Jahren mit einer spannenden Frage: Kann eine chronische Zahnfleischentzündung den Körper auch außerhalb des Mundes beeinflussen?

Parodontitis ist mehr als Zahnfleischbluten

Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates. Sie wird durch bestimmte Bakterien ausgelöst, die sich unterhalb des Zahnfleischrandes ansiedeln. Das Problem dabei: Diese Entzündung bleibt nicht immer auf den Mund beschränkt. Über entzündliche Botenstoffe und bakterielle Bestandteile kann sie den gesamten Organismus belasten.

Ein Bakterium steht besonders im Fokus

Besonders intensiv untersucht wird ein Mundkeim mit dem Namen Porphyromonas gingivalis. Dieses Bakterium gilt als einer der Hauptverursacher der Parodontitis. Spannend ist jedoch nicht nur das Bakterium selbst, sondern das, was es im Körper auslösen kann. Porphyromonas gingivalis produziert spezielle Enzyme, die körpereigene Eiweiße verändern können. Dadurch erkennt unser Immunsystem diese Eiweiße unter Umständen nicht mehr als „körpereigen“ und reagiert mit einer Immunantwort.

Genau dieser Mechanismus wird seit Jahren als möglicher Zusammenhang zwischen Parodontitis und rheumatischen Erkrankungen – insbesondere der rheumatoiden Arthritis – erforscht. Das bedeutet nicht, dass Parodontitis Rheuma verursacht. Die Erkrankung ist wesentlich komplexer und entsteht durch das Zusammenspiel genetischer, immunologischer und weiterer Umweltfaktoren. Dennoch sprechen immer mehr Studien dafür, dass chronische Entzündungen im Mund ein zusätzlicher Belastungsfaktor sein können.

Warum die Mundgesundheit bei Rheuma so wichtig ist

Menschen mit rheumatoider Arthritis leiden häufiger unter Parodontitis. Gleichzeitig zeigen Studien, dass eine erfolgreiche Behandlung der Zahnfleischentzündung Entzündungswerte im Körper senken und bei manchen Betroffenen sogar die Krankheitsaktivität positiv beeinflussen kann. Deshalb lohnt sich bei rheumatischen Beschwerden immer auch ein Blick in den Mund. Nicht, weil dort zwangsläufig die Ursache liegt. Sondern weil ein chronischer Entzündungsherd den Körper zusätzlich belasten kann.

Mein Blick als Zahnärztin

In der biologischen Zahnmedizin versuche ich deshalb immer, den ganzen Menschen zu sehen. Wenn Patientinnen oder Patienten unter chronischen Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen leiden, gehört für mich auch die Mundgesundheit dazu.

Ich frage mich dann nicht nur: „Ist ein Loch im Zahn?“
Sondern auch:

  • Ist das Zahnfleisch gesund?
  • Gibt es Hinweise auf eine Parodontitis?
  • Liegen chronische Entzündungen im Mund vor?
  • Gibt es Risikofaktoren, die wir reduzieren können?

Denn unser Mund ist kein isolierter Bereich des Körpers.
Er ist Teil unseres Immunsystems.

Was kannst du selbst tun?

Eine gute Mundgesundheit beginnt nicht erst beim Zahnarzt.

Wichtige Bausteine sind:

  • regelmäßige Kontrolle des Zahnfleisches
  • professionelle Zahnreinigung und Parodontitis-Früherkennung bei Risikopatientinnen und -patienten
  • sorgfältige Reinigung der Zahnzwischenräume
  • eine entzündungsarme Ernährung
  • Verzicht auf Rauchen
  • gute Einstellung von Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen

Gerade Zahnfleischbluten wird häufig unterschätzt.
Dabei gilt: Gesundes Zahnfleisch blutet nicht.

Mein Fazit

Parodontitis ist weit mehr als eine lokale Erkrankung des Zahnfleisches. Sie kann chronische Entzündungsprozesse im gesamten Körper beeinflussen. Besonders der Mundkeim Porphyromonas gingivalis steht seit Jahren im Fokus der Forschung, wenn es um mögliche Zusammenhänge mit rheumatoider Arthritis geht.

Auch wenn noch nicht alle Fragen beantwortet sind, ist eines bereits klar:
Ein entzündungsfreier Mund ist nicht nur gut für die Zähne, sondern für den gesamten Körper.
Und genau deshalb lohnt es sich, dem Zahnfleisch mindestens genauso viel Aufmerksamkeit zu schenken wie den Zähnen selbst.

Dr. Silvie Aschauer erklärt ganzheitliche Zahnbehandlung im Wiener Ordinationsraum

Dr. med. dent. Silvie Aschauer
Ihre Begeisterung für die Medizin war von Kindheit an da, seit ihrem Studium kann Silvie ihre Leidenschaft für ganzheitliche Medizin leben. Es fasziniert sie, hinter Symptomen nach wahren Ursachen zu forschen – und Zahnmedizin konsequent weiterzudenken.

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