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Schnuller: Hilfe oder Fluch?

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Ich finde, beim Thema Schnuller gibt es selten nur schwarz oder weiß. Als Zahnärztin sehe ich die möglichen Auswirkungen auf die Zahn- und Kieferentwicklung. Als Mama weiß ich aber auch, wie froh man manchmal über einen Schnuller ist. Und ganz ehrlich?
Beides gehört zur Wahrheit.

Wir machen nichts falsch

Ich möchte gleich mit etwas beginnen, das mir ganz wichtig ist:

Wenn dein Baby einen Schnuller hat, machst du nichts falsch.

Viele Eltern greifen zum Schnuller, weil er den Alltag einfach leichter macht. Er beruhigt, hilft beim Einschlafen und manchmal schenkt er einem einfach fünf Minuten zum Durchatmen. Und ich glaube, jede Mama und jeder Papa kennt solche Momente.

Ja, ein Schnuller kann helfen

Deshalb finde ich es auch falsch zu sagen, ein Schnuller wäre grundsätzlich schlecht. Er kann Babys beruhigen, beim Einschlafen helfen und in manchen Situationen wirklich eine große Unterstützung sein.

Es gibt sogar Hinweise darauf, dass ein Schnuller während des Schlafens im ersten Lebensjahr einen schützenden Effekt haben könnte. Auch das gehört zur Wahrheit.

Aber nicht jedes Baby braucht einen Schnuller

Was ich genauso spannend finde: Es gibt Babys, die einen Schnuller von Anfang an ablehnen. Und es gibt Babys, die ihn nie wirklich brauchen. Und das ist genauso okay.

Manchmal versuchen wir Erwachsenen fast krampfhaft, einen Schnuller anzubieten, obwohl das Baby eigentlich etwas ganz anderes braucht.

Was ich persönlich empfehlen würde

Wenn es irgendwie möglich ist, würde ich die ersten sechs bis acht Wochen möglichst ohne Schnuller verbringen. Nicht, weil ich dagegen bin. Sondern weil diese Zeit unglaublich wichtig ist, um sich gegenseitig kennenzulernen. Stillen kann sich in Ruhe einspielen. Und man lernt die Signale seines Babys oft viel besser zu verstehen.

Hat es Hunger?
Ist es müde?
Braucht es Nähe?
Oder möchte es einfach getragen werden?

Manchmal überdeckt ein Schnuller diese Signale ein bisschen. Deshalb finde ich es schön, wenn Eltern ihrem Baby am Anfang die Chance geben, sich erst einmal ohne Schnuller zu zeigen. Wenn es dann trotzdem einen braucht, ist das völlig in Ordnung.

Worauf ich als Zahnärztin schaue

Je länger ein Schnuller verwendet wird, desto eher kann er Einfluss auf die Entwicklung des Kiefers nehmen. Das heißt nicht, dass jedes Kind automatisch schiefe Zähne bekommt.

Aber wir wissen, dass ein langjähriger Schnullergebrauch das Risiko für einen offenen Biss, einen schmaleren Oberkiefer oder spätere kieferorthopädische Probleme erhöhen kann. Und je älter ein Kind wird, desto schwerer fällt oft auch das Abgewöhnen.

Deshalb finde ich es sinnvoll, immer wieder zu überlegen: Braucht mein Kind den Schnuller gerade wirklich, oder ist er einfach schon Gewohnheit geworden?

Mein Fazit

Für mich ist der Schnuller weder Freund noch Feind. Er kann Familien helfen. Und gleichzeitig kann er langfristig Auswirkungen auf die Zahn- und Kieferentwicklung haben.

Deshalb geht es für mich nicht um Verbote oder Schuldgefühle. Sondern darum, bewusst zu entscheiden und das eigene Kind gut zu beobachten. Denn am Ende kennt niemand dein Kind besser als du selbst.

 

Dr. Silvie Aschauer erklärt ganzheitliche Zahnbehandlung im Wiener Ordinationsraum

Dr. med. dent. Silvie Aschauer
Ihre Begeisterung für die Medizin war von Kindheit an da, seit ihrem Studium kann Silvie ihre Leidenschaft für ganzheitliche Medizin leben. Es fasziniert sie, hinter Symptomen nach wahren Ursachen zu forschen – und Zahnmedizin konsequent weiterzudenken.

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